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Jesus aber wandte sich um, und als er sah, dass sie ihm folgten, sagte er zu ihnen: Was sucht ihr?

Johannes 1,38a

Sonntagsimpulse

Hier finden Sie jeden Sonntag einen Impuls zur Lesung oder zum Evangelium

01.11.2021 

Bild von jplenio auf Pixabay

Evangelium zu AllerheiligenMt 5,1–12a

In jener Zeit als Jesus die vielen Menschen sah, die ihm folgten, stieg er auf den Berg. Er setzte sich und seine Jünger traten zu ihm. Und er öffnete seinen Mund, er lehrte sie und sprach: Selig, die arm sind vor Gott; denn ihnen gehört das Himmelreich. Selig die Trauernden; denn sie werden getröstet werden. Selig die Sanftmütigen; denn sie werden das Land erben. Selig, die hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit; denn sie werden gesättigt werden. Selig die Barmherzigen; denn sie werden Erbarmen finden. Selig, die rein sind im Herzen; denn sie werden Gott schauen.
Selig, die Frieden stiften; denn sie werden Kinder Gottes genannt werden. Selig, die verfolgt werden um der Gerechtigkeit willen; denn ihnen gehört das Himmelreich. Selig seid ihr, wenn man euch schmäht und verfolgt und alles Böse über euch redet um meinetwillen. Freut euch und jubelt: Denn euer Lohn wird groß sein im Himmel.

 

Nachgedacht:

Haben Sie mal die Zehn Gebote mit den Seligpreisungen verglichen? Haben Sie dabei   bemerkt, dass wir sagen, dass diese Zehn Gebote wichtig sind, gleichzeitig aber oft über die Seligpreisungen geurteilt wird, nicht lebbar in heutiger Zeit zu sein?

An Allerheiligen feiern wir, dass wir mit einer Verheißung gesegnet sind. Diese ist keine Belohnung für Erfolg, Durchsetzungskraft oder persönliche Vollkommenheit. Vielmehr liegt in den Niederlagen und Verlusten, die wir auf unserem Lebensweg erleiden die Chance zu unserem inneren Wachstum. Darin wurzelt alle Heiligkeit, auch unsere und die unserer Verstorbenen. Die Seligpreisungen wollen dann gerade ein Trost sein, wenn wir an unsere Grenzen stoßen.

Heiligkeit ist kein Gefühl der Erhabenheit. Sie ist zunächst das Leben meines ganz banalen Alltags.


31.10.2021 

Bild von Tommy_Rau auf Pixabay

Lesung zum heutigen SonntagDtn 6, 4–6

Höre, Israel! Der Herr, unser Gott, der Herr ist einzig. Darum sollst du den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele
und mit ganzer Kraft. Und diese Worte, auf die ich dich heute verpflichte, sollen auf deinem Herzen geschrieben stehen.

 

Nachgedacht:

„Wo ich gehe – du!
Wo ich stehe – du!
Nur du, wieder du, immer du!
Du, du, du!
Ergeht`s mir gut – du!
Wenn`s weh mir tut – du!
Nur du, wieder du, immer du!
Du, du, du!
Himmel – du, Erde – du,
Oben – du, unten – du,
Wohin ich mich wende, an jedem Ende
Nur du, wieder du, immer du!
Du, du, du!“

(aus: Martin Buber: Erzählungen der Chassidim)

Wen ich liebe, für den oder die habe ich einen Kosenamen. Kann ich mir vorstellen, Gott, einen Kosenamen zu geben? Wie geht das eigentlich: Gott lieben?

Gott lieben ist nicht zuerst ein Gefühl. Vielmehr soll ich hören. Ich soll auf ihn hin-hören, zu ihm hin mein inneres Gehör ausrichten.

Dazu braucht es Stille. Das braucht Schweigen.

Es ist Ausdruck meiner Liebe zu Gott, wenn ich mehr und mehr lerne, die Klappe zu halten, damit er zu Wort kommt.

Sein Kosename soll der Ohrwurm meines Leben sein.

Höre! Höre hin!


24.10.2021 

Bild von Free-Photos auf Pixabay

Evangelium zum heutigen Sonntag Mk 10, 46b–52

In jener Zeit, als Jesus mit seinen Jüngern und einer großen Menschenmenge Jéricho verließ, saß am Weg ein blinder Bettler, Bartimäus, der Sohn des Timäus. Sobald er hörte, dass es Jesus von Nazaret war, rief er laut: Sohn Davids, Jesus, hab Erbarmen mit mir! Viele befahlen ihm zu schweigen. Er aber schrie noch viel lauter: Sohn Davids, hab Erbarmen mit mir! Jesus blieb stehen und sagte: Ruft ihn her! Sie riefen den Blinden und sagten zu ihm: Hab nur Mut, steh auf, er ruft dich. Da warf er seinen Mantel weg, sprang auf und lief auf Jesus zu. Und Jesus fragte ihn: Was willst du, dass ich dir tue? Der Blinde antwortete: Rabbúni, ich möchte sehen können. Da sagte Jesus zu ihm: Geh! Dein Glaube hat dich gerettet. Im gleichen Augenblick konnte er sehen und er folgte Jesus auf seinem Weg nach.

 

 

Nachgedacht:

In einem Film von 1948 tritt eine Figur auf, die danach sprichwörtlich wird, der „Otto Normalverbraucher“.

Von so einem Menschen lesen wir im Evangelium: Bartimäus. Der Name bedeutet lediglich „Sohn des Timäus“. Mehr gibt es scheinbar nicht über ihn zu sagen.

Genau das macht sein Elend aus. Er genießt kein Ansehen. Niemand sieht ihn an. Keiner interessiert sich für ihn. Weil ihn keiner ansieht, schaut auch er nicht mehr hin. Irgendwann hat er das Sehen verlernt. Irgendwann wurde er blind, weil die anderen ihn dauernd übersehen.

Jesus zeigt ihm: Du interessierst mich. Du bist nicht irgendwer, sondern Gott interessiert sich für dich und dein Leben.

Jesus gibt Bartimäus das Ansehen zurück. So kann dieser „Irgendwer“ zu einem einzigartigen Menschen werden, der die Welt mit neuen Augen ansehen kann.


17.10.2021 

Bild von Alex Fox auf Pixabay

Lesung zum heutigen Sonntag Hebr 4,14–16

Da wir nun einen erhabenen Hohepriester haben, der die Himmel durchschritten hat, Jesus, den Sohn Gottes, lasst uns an dem Bekenntnis festhalten. Wir haben ja nicht einen Hohepriester, der nicht mitfühlen könnte mit unseren Schwächen, sondern einen, der in allem wie wir versucht worden ist, aber nicht gesündigt hat. Lasst uns also voll Zuversicht hinzutreten zum Thron der Gnade, damit wir Erbarmen und Gnade finden und so Hilfe erlangen zur rechten Zeit!

 

Nachgedacht:

„Jesus, du bist ein dufter Typ. Ich würd’ gerne mal einne Currywurst mit dir essen.“ So betete in den 70er Jahren ein Theologiestudent in einem Gottesdienst.

Dadurch sagt er flapsig, was die Kirche in ihrer eigenen Sprache oftmals so unverständlich formuliert: Jesus steht an unserer Seite! Er ist ein Mensch wie du und ich.

Christen bekennen, dass sie die Wiederkunft ihres Gottes Christus erwarten. Wie wird dieser Gott sein? Wie wird er sich verhalten? Habe ich eine Chance, wenn er kommt – und was passiert dann?

Meine Hoffnung ist, dass Christus sich als Gott genauso verhält wie er als Mensch beschrieben wurde. Ich vertraue darauf, dass er, der im Stall geboren und zuletzt hingerichtet wurde sich mir so zuwenden wird, dass ich mich meiner inneren Armut und meiner leeren Hände nicht schämen muss.


10.10.2021 

Bild von Dean Moriarty auf Pixabay

Lesung zum heutigen Sonntag Weish 7, 7–11

Ich betete und es wurde mir Klugheit gegeben; ich flehte und der Geist der Weisheit kam zu mir. Ich zog sie Zeptern und Thronen vor, Reichtum achtete ich für nichts im Vergleich mit ihr. Einen unschätzbaren Edelstein stellte ich ihr nicht gleich; denn alles Gold erscheint neben ihr wie ein wenig Sand und Silber gilt ihr gegenüber so viel wie Lehm. Mehr als Gesundheit und Schönheit liebte ich sie und zog ihren Besitz dem Lichte vor; denn niemals erlischt der Glanz, der von ihr ausstrahlt. Zugleich mit ihr kam alles Gute zu mir, unzählbare Reichtümer waren in ihren Händen.

 

Nachgedacht:

„Wer fragt, ist fünf Minuten lang ein Narr, wer nicht fragt, bleibt ein Narr sein leben lang.“ Was ist der Sinn der Religion? Was wollen Christentum, Judentum, Islam, Hinduismus, Buddhismus und andere dem Menschen vermitteln?

Es geht nicht um Fachbegriffe wie Sünde, Gnade, Erlösung und Liturgie.

Vielmehr sollen Menschen lernen als Menschen miteinander zu leben. Menschen sollen erleben, dass ihr Dasein auf der Erde gut und gewollt ist.

Der Schlüssel dazu ist die Weisheit. Das Wort kommt nicht von „Wissen“, sondern von „Weisung“. Nicht eine An-Weisung ist gemeint, sondern das, was ich als weg-weisende Wahrheit für meinen Alltag erkenne.

Für mich hat diese Wahrheit den Namen Jesus. Er weist mir den Weg zum gelungenen Menschsein. Von ihm kann ich lernen, die dazu helfenden Wegweiser zu entdecken.