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Jesus aber wandte sich um, und als er sah, dass sie ihm folgten, sagte er zu ihnen: Was sucht ihr?

Johannes 1,38a

Sonntagsimpulse

Hier finden Sie jeden Sonntag einen Impuls zur Lesung oder zum Evangelium

Sommerpause 

Vom Sonntag 25.07.2021 bis Sonntag 29.08.2021 befindet sich der Sonntagsimpuls in der Sommerpause.

Wir wünschen allen einen schönen Sommer!


18.07.2021 

Bild von melindarmacaronikidcom auf Pixabay

Lesung zum heutigen Sonntag Eph 2,13–18

Jetzt seid ihr, die ihr einst in der Ferne wart, in Christus Jesus,
nämlich durch sein Blut, in die Nähe gekommen. Denn er ist unser Friede. Er vereinigte die beiden Teile – Juden und Heiden – und riss die trennende Wand der Feindschaft in seinem Fleisch nieder.
Er hob das Gesetz mit seinen Geboten und Forderungen auf, um die zwei in sich zu einem neuen Menschen zu machen. Er stiftete Friede und versöhnte die beiden durch das Kreuz mit Gott in einem einzigen Leib. Er hat in seiner Person die Feindschaft getötet. Er kam und verkündete den Frieden euch, den Fernen, und Frieden den Nahen. Denn durch ihn haben wir beide in dem einen Geist Zugang zum Vater.

 

Nachgedacht:

Das Christentum ist eine Erzählung, die den Weg zur Erlösung und Befreiung des Menschen anbietet. Paulus hat das so gesehen und entsprechend gepredigt. In dieser Tradition steht der heutige Text.

Ihr Zentrum ist Jesus. Seine Art zu leben, zu beten und die Texte des jüdischen Glaubens auszulegen, markieren das grundsätzlich Neue. Seine Botschaft ist Antwort auf die Frage: „Wie finde ich meinen eigenen Gott?“ Nicht Religionen und ihre Rituale sind der Schlüssel, sondern, dass ich von Gott als Vater, als Abba, denke und mit ihm ins Gespräch und in Beziehung komme.

Jesu Tod ist die konsequente Folge dieses Weges. Wer wie Jesus den Religionen die Macht und damit den Menschen die Angst nimmt, wird den Mächtigen gefährlich.

Doch das neue Leben in Jesus muss zerbrechlich bleiben, um lebendig zu sein.


11.07.2021 

Bild von chrisjmit und biglinker auf Pixabay

Lesung zum heutigen Sonntag Am 7,12-15

In jenen Tagen sagte Amázja, der Priester von Bet-El, zu Amos:

Seher, geh, flieh ins Land Juda! Iss dort dein Brot und prophezeie dort! In Bet-El darfst du nicht mehr prophezeien; denn das hier ist das königliche Heiligtum und der Reichstempel. Amos antwortete Amázja: Ich bin kein Prophet und kein Prophetenschüler, sondern ich bin ein Viehhirte und veredle Maulbeerfeigen. Aber der Herr hat mich hinter meiner Herde weggenommen und zu mir gesagt:
Geh und prophezeie meinem Volk Israel!

 

Nachgedacht:

Prophet, Prophetin sein bedeutet, auszusprechen, was anderen zum Leben hilft. Jesus war ein Prophet für seine Zeit so wie wir es heute sein sollen. Lothar Zenetti drückt diesen Auftrag der Kirche so aus:

Was keiner wagt, das sollt ihr wagen

was keiner sagt, das sagt heraus

was keiner denkt, das wagt zu denken

was keiner anfängt, das führt aus


wenn keiner ja sagt, sollt ihr’s sagen

wenn keiner nein sagt, sagt doch nein

wenn alle zweifeln, wagt zu glauben

wenn alle mittun, steht allein

Wo alle loben, habt Bedenken

wo alle spotten, spottet nicht

wo alle geizen, wagt zu schenken

wo alles dunkel ist, macht Licht

 

Das Kreuz des Jesus Christus

durchkreuzt was ist

und macht alles neu

Prophetie besteht darin, die Oberfläche anzukratzen. Durch Taufe und Firmung sind wir dazu ermächtigt und befähigt.


04.07.2021 

Bild von Pexels auf Pixabay

Lesung zum heutigen Sonntag Ez 1,28c – 2,5

In jenen Tagen, schaute ich das Aussehen der Gestalt der Herrlichkeit des Herrn. Und ich fiel nieder auf mein Angesicht. Da hörte ich die Stimme eines Redenden. Er sagte zu mir:

Menschensohn, stell dich auf deine Füße; ich will mit dir reden.

Da kam Geist in mich, als er zu mir redete, und er stellte mich auf meine Füße. Und ich hörte den, der mit mir redete. Er sagte zu mir:

Menschensohn, ich sende dich zu den Söhnen Israels, zu abtrünnigen Völkern, die von mir abtrünnig wurden. Sie und ihre Väter sind von mir abgefallen, bis zum heutigen Tag Es sind Söhne mit trotzigem Gesicht und hartem Herzen. Zu ihnen sende ich dich. Du sollst zu ihnen sagen: So spricht Gott, der Herr. Sie aber werden erkennen müssen, dass mitten unter ihnen ein Prophet war.

 

Nachgedacht:

„Hier liegt vor deiner Majestät im Staub die Christenschar“ sang bis vor noch gar nicht allzu langer Zeit begeistert die katholische Volksseele.

Ganz anders ist die Erfahrung des Propheten Ezechiel: „Stell dich auf deine Füße; ich will mit dir reden.“ Zu den Benimmregeln im Umgang mit Gott gehört, dass man sich hinstellt. Steh zu dir selbst und beziehe deinen Standpunkt. Dann erst fang an, Gott zuzuhören und mit ihm zu sprechen.

Gott begegnet mir auf Augenhöhe. Er sieht mich an und schenkt mir Ansehen. Gott selber ist es, der mich und mein Leben wieder auf die Füße stellt und mich mit seinem Geist belebt.

Aufrecht vor Gott stehen dürfen, erlaubt mir, mir selber und Gott gegenüber aufrichtig zu sein. Solche Aufrichtigkeit ermächtigt mich, mich hinzustellen und sein Zeuge zu sein vor den anderen.


27.06.2021 

Bild von Wokandapix auf Pixabay

Lesung zum heutigen Sonntag Weish 1,13–15; 2,23–24

Gott hat den Tod nicht gemacht und hat keine Freude am Untergang der Lebenden. Zum Dasein hat er alles geschaffen und heilbringend sind die Geschöpfe der Welt. Kein Gift des Verderbens ist in ihnen, das Reich der Unterwelt hat keine Macht auf der Erde; denn die Gerechtigkeit ist unsterblich. Gott hat den Menschen zur Unvergänglichkeit erschaffen und ihn zum Bild seines eigenen Wesens gemacht. Doch durch den Neid des Teufels kam der Tod in die Welt und ihn erfahren alle, die ihm angehören.

 

Nachgedacht:

In der Oper „Die Walküre“ von Richard Wagner sind die Götter zwar stärker als die Menschen, aber auch sie sind nur Handlanger des Schicksals, welches viel mächtiger ist als sie.

Mit einer ähnlichen Dramatik konfrontiert mich dieser Text. Der Tod soll eine Waffe des Bösen sein und Gott ist der Gegenspieler beider. Es ist müßig, zu spekulieren, ob es sich auch tatsächlich so verhält.

Doch wird eine Hoffnung erzählt: Zum einen, dass Gott immer auf der Seite des Menschen steht, gerade dann, wenn es eng wird. Und zum anderen, dass das Leben letztendlich siegen wird.

Ich gehe nicht der Endgültigkeit des Todes entgegen, sondern der endgültigen Teilhabe am Leben Gottes.

In dieser Hoffnung hat auch Jesus gelebt, in dieser Hoffnung ist er gestorben und in dieser Wirklichkeit lebt er jetzt mit mir zusammen!