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Der Herr
denkt
an uns
und segnet uns.

Psalm 115,12

Sonntagsimpulse

Hier finden Sie jeden Sonntag einen Impuls zur Lesung oder zum Evangelium

24.05.2020 - 7. Sonntag der Osterzeit 

Lesung: Apostelgeschichte 1,12-14

Bild von MikesPhotos auf Pixabay

Nachgedacht:

Die Freunde und Freundinnen von Jesus ziehen sich in eine freiwillige Quarantäne zurück. Sie tun dies in der Gewissheit, dass irgendetwas Großes passieren wird.

Dicht gedrängt und ohne Abstandsregeln hocken sie da im Obergeschoss zusammen. Die Erzählung vom Gebet der Urgemeinde weist auf etwas wichtiges hin: Eine kleine Truppe soll zur „Kirche“ werden. Die Kirche ist eine Gemeinschaft, die Gott selber gehört.

Die Geschichte mit Gott fängt also immer damit an, dass Menschen es miteinander aushalten. Am „Du“ wird man zum „ich“ hat ein Philosoph gesagt. Indem ich mich im Zusammenleben mit anderen erfahre, kann ich offen werden für die Erfahrung Gottes in meinem Alltag.

Das Überraschende ist, dass Gott keinen Einheitsbrei will, sondern dass erst die Vielfalt der Menschen diese Kirche ermöglicht.


21.05.2020 - Christi Himmelfahrt 

Lesung: Apostelgeschichte 1,1-11

Bild von Gerd Altmann auf Pixabay

Nachgedacht:

Jesus ist nicht weg! Er ist gestorben, das stimmt. Aber Menschen haben die Erfahrung gemacht, dass er hier ist. Immer, wenn man sich an ihn und sein Leben erinnert. Und wenn das Brot gebrochen und der Wein geteilt wird – wie Jesus es getan hat. Dann ist er wahrhaft mit Händen zu greifen. Jesus ist hier und gleichzeitig bei Gott. Dies ist seine neue und verborgene Gegenwart.

Unsere Zukunft wird sich genauso gestalten. Diese Hoffnung feiern wir heute. Wir werden bei Gott sein und bei allen, die vor uns gelebt haben. Zugleich werden wir weiterhin mit denjenigen unterwegs sein, die mit uns hier auf dem Weg sind. Alles ist anders, aber es ist Wirklichkeit. Jesu Himmelfahrt ist ein verborgenes Ereignis, doch ein reales. Alle, die wir hier lieb hatten, haben es erfahren. Wir dürfen es noch erleben.


17.05.2020 - 6. Sonntag der Osterzeit 

Evangelium:1. Petrusbrief 3,15–18

Bild von Pezibear auf Pixabay

Nachgedacht:

„Und, wie geht’s so?“ – „Ich lebe, hast du mehr zu bieten?“

Wer so antwortet, zeigt, dass er oder sie aus einer Hoffnung lebt. Hoffnung zu haben, bedeutet, dass ich Vertrauen in das Leben habe. Ich weiß mich getragen in allen Lebensphasen. Ich kann dem einen Namen geben und es „Gott“ nennen, ich muss aber nicht.

Hoffnung ist kein Gefühl. Sie ist die Gewissheit, dass wenn mich vieles umwerfen kann, diese Erde mich letztlich trägt. Morgen wird wieder die Sonne aufgehen trotz allem, was ich heute an Dunkelheit erleben musste.

Hoffnung hat viel mit mir selbst und wenig mit den Umständen meines Alltags zu tun. Auf mich und meine Gefühle zu achten, ist dann der erste Schritt, Hoffnung einzuüben. Hoffnung ist eine Ranke, die an mir hochwächst, wenn ich mich im Boden der Wirklichkeit verwurzelt weiß.


10.05.2020 - 5. Sonntag der Osterzeit 

Evangelium: Joh 14,1-12

Bild von Pete Linforth auf Pixabay

Nachgedacht:

Menschen bevorzugen das Landleben, obwohl vielen klar ist, dass die Annehmlichkeiten der Stadt fehlen. Andere wünschen sich mehr Stadt ins Dorf gerade in Bezug auf Kultur, Freizeitmöglichkeiten und den öffentlichen Nahverkehr. Auf diesem Hintergrund klingt das Wort von den „Wohnungen“ nach Mietskaserne und Plattenbau.

Der „Himmel“ ist kein Ort. „Himmel“ ist Hoffnung auf die endgültige und erfüllende Begegnung. Sich auf Jesu Art zu glauben und zu leben einzulassen, heißt, sich auf ein Ziel hin unterwegs zu wissen. Dieses Ziel heißt Gott. Er umgibt mich dann ewig mit Liebe und Leben. In ihm erfahre ich somit eine Geborgenheit wie in einer gemütlichen und sicheren Wohnung. Er selbst wird mir zur Heimat!

So eine Hoffnung kann Räume im Alltag öffnen – dann geschieht Himmel schon hier und jetzt.


03.05.2020 - 4. Sonntag der Osterzeit 

Evangelium: Joh 10,11-18

Bild von bhart9070 auf Pixabay

Nachgedacht:

„Ich bin die Tür.“ Ein starkes Wort. Türen öffnen Räume oder grenzen sie gegen Unbefugte ab. Jesus will Räume zum Leben ermöglichen, indem er allen Menschen von seinem Gott erzählt. Es ist ein Gott, der Menschen liebt ohne, dass sie eine Vorleistung erbringen müssen oder Bedingungen zu erfüllen haben. Gottes Liebe gilt trotz aller Schuld, die Menschen auf sich laden. Sich an der Botschaft Jesu von diesem Gott zu orientieren, hilft, sich gegen falsche Vorstellungen und krankmachende Gottesbilder abzuschirmen. Die gibt es nämlich auch heute noch!
„Ich bin die Tür“. Das ist die Einladung, einzutreten in neue Räume, um die Begegnung mit Jesus zu wagen. Von Jesus können wir lernen wie das Menschsein funktionieren kann. Er hat riskiert zu vertrauen – und damit verschlossene Türen aufgestoßen …


26.04.2020 - 3. Sonntag der Osterzeit 

Evangelium: Apostelgeschichte 2,14.22–33

Nachgedacht:

Bild von congerdesign auf Pixabay

„Diesen Jesus hat Gott auferweckt, dafür sind wir alle Zeugen.“

Es ist mutig, für etwas einzustehen, was man nicht „beweisen“ kann. Die Freunde Jesu bekennen sich trotz seines Todes weiterhin zu ihm.  Für sie bleibt er lebendig! Dies Kapitel ihres bisherigen Lebens ist noch nicht abgeschlossen, es wird fortgesetzt.

Das ist es: An Jesus festhalten. Gerade wenn andere sagen, dass es ihn nicht gibt oder niemals gab.  Er ist da, aber unseren Augen verborgen.

Darum sind wir auf Menschen angewiesen, die „Zeugen“ sind. Nicht weil sie dabei waren als das erste Ostern geschah, sondern weil sie Jesus als Lebendigen erfahren haben. Dies wäre der Auftrag der Kirche trotz ihrer Schwäche.

Wie geht das: glauben, dass da einer lebendig ist, den man nie „in echt“ kennengelernt hat? Eine Antwort wäre, so zu beten: „Du, Jesus, bist jetzt hier.“ Das klingt verrückt.

Doch wenn wir still werden und ruhig dieses Bekenntnis sprechen, könnte Spannendes geschehen …


19.04.2020 - Weißersonntag 

Evanglium: Joh 20,19-31

Bild von Ulrike Leone auf Pixabay

Nachgedacht:

Die Krise um den Covid-19-Virus zeigt es deutlich. Der Mensch und das, was er tut ist verwundbar. Äußere Wunden heilen zumeist nach einiger Zeit. Wie ist das mit den Wunden, die im Verlauf des Lebens im Menschen selbst aufgerissen werden? Menschen verletzen Menschen. Diese Wunden werden nicht offen gezeigt. Sie werden versteckt, manchmal wie unter einem Panzer. Manche Wunden werden auch offen gehalten. Das entbindet dann von der eigenen Verantwortung für sich selber.

In den katholischen Gottesdiensten an diesem Wochenende wird die Geschichte von der Begegnung zwischen Jesus und seinem Freund Thomas vorgelesen. Thomas will nicht so einfach glauben, was ihm die anderen Freunde erzählen, nämlich dass Jesus lebt. Er stellt eine Forderung: Jesus soll sich ihm als Verwundeter zeigen, denn so hat Thomas ihn in Erinnerung. Die Geschichte erzählt, dass sich Jesus darauf einlässt. Mehr noch: Jesus fordert Thomas auf, zuzupacken, und seine Wunden zu berühren.

„Zeig‘ mir Deine Wunde!“ Wer diese Aufforderung ausspricht, muss sich den Lebensverläufen der so angesprochenen Mitmenschen aussetzen und sie ernst nehmen. Jedoch ist dies auch eine Einladung, das, was sich an Erfahrung und Verletzung in eigene Leben gegraben hat, nicht weiter zu verstecken. Nur, was offen liegt kann auch heilen. Das ist nicht nur ein medizinischer Grundsatz.

In Jesus ist der Gott mit weicher Seite erfahrbar. Er ist kein Gott für harte Typen, sondern wendet sich denen zu, die in ihrem Dasein verletzt wurden.  Ostern wischt nichts von dem weg, was an Verwundungen erfahren wurde. Im verletzten Jesus strahlt letztlich aber das Leben auf, welches sich an Ostern als unbesiegbar erwiesen hat. Thomas hält daran fest, dass die Wunden Jesu wortwörtlich die Durchbruchstellen des neuen Lebens sind.


12.04.2020 - Ostersonntag 

Evanglium: Joh 20,1-9

Nachgedacht:

Ostern ist das Fest der Auferstehung. Das sagt sich locker dahin, aber was ist das: Auferstehung? Die Bibel gebraucht auch das Wort Auferweckung. Aha … Das kennen wir. Da wird jemand aus dem Schlaf geholt und wach gemacht.

Jesus lebt. Darum geht es. Der Vater hat ihn aufgeweckt, wach gemacht und aus dem Todes-Schlaf geholt. Jesus ist jetzt sein aufgeweckter Junge! Ostern verspricht uns dasselbe. Auch wir werden nicht das Leben verschlafen, sondern wach hineingehen.

Unser Leben ist unzerstörbar, es hat einen Wert. Und die Ewigkeit beginnt schon hier und jetzt. Darum ist Ostern auch ein Auftrag: Es gilt für das eigene Leben und das der anderen aufzustehen, wenn ungute Kräfte es einschläfern wollen … Aufstand machen und auferstehen – das gehört zusammen.

Aufstand machen!


11.04.2020 - Karsamstag 

Lesung: Hosea 6,1-2

Nachgedacht:

Es gibt nichts zu tun. Jesus liegt im Grab. Er kann nichts mehr machen. Seine Freunde sind hilflos. Ratlosigkeit macht sich breit. Absoluter Shutdown. Es herrscht Grabesruhe und Totenstille.

Wir müssen warten. So geht es uns schon seit Wochen seitdem die social distance in Deutschland verordnet wurde.  Viele fühlen sich dabei hilflos.

Das ist schwer aushalten. Manche meinen auch, dass sie dabei verrückt werden.

Wir tun uns schwer, die Dinge in unserem Leben einfach geschehen zu lassen. Dennoch: Vieles was wichtig ist, entzieht sich unserer Macht. Es ist wie beim Wachsen der Saat: auf einmal steht das Getreide da …

Es gilt zu lernen, dass das wirklich Wichtige im Leben ein Geschenk ist, das dort heranreift, wo wir selber keinen Zugriff haben.


10.04.2020 - Karfreitag 

Bild von Pete Linforth auf Pixabay

Lesung: Hebr 4,14-16 + Hebr 5,7-9

Nachgedacht:

Jesus leidet am Kreuz und stirbt. Doch gibt es noch eine andere Sicht: Jesus, der am Karfreitag als der große Verlierer gilt, geht als Sieger vom Platz! Das Kreuz stellt alles auf den Kopf. Um das zu erkennen, muss man aber genauer hinsehen.

Es wird heute zwar an den gewaltsamen Tod Jesu gedacht, doch auch an das Mit-Leiden Gottes. Gott ist immer anders! Wo wir uns einen Helden wünschen, ist er schwach. Wo wir meinen, ihm sind Menschen egal, leidet er mit. Gott steht an der Seite von Menschen, denen durch andere weh getan wird.

Das Kreuz ist ein Zeichen der Hoffnung, dass in der Welt nicht alles so bleiben wird wie es derzeit scheint. Unser Gott arbeitet schon daran, die Situation der Welt zu verändern. Dafür steht der gekreuzigte Jesus ein.


09.04.2020 - Gründonnerstag 

Lesung: 1. Kor 11,23-26

Nachgedacht:

Bild von hudsoncrafted auf Pixabay

Jesus war ein geselliger Mensch. Abends hielt er immer zum Tagesabschluss ein Mahl mit seinen Freunden.

Irgendwann war es das letzte Mal, das er mit den Freunden zusammenkam. Er hatte sich mit den Mächtigen angelegt. Er wusste: Es wird eng. „Bald bin ich hier weg vom Fenster.“

Was wird dann bleiben von dem, was Jesus getan und gesagt hat? Was hilft gegen die Angst, welche die Freunde Jesu haben, weil er dann nicht mehr da ist?

Wie bei jedem abendlichen Mahl nimmt Jesus auch das letzte Mal wieder das Brot, um es zu segnen, zu brechen und mit den Freunden zu teilen. Er spricht ein neues Wort dazu: „Ich bleibe bei euch!“

Daran denken wir heute: Du Jesus bist da. Wir glauben dir das. Du bist immer da, egal ob mit oder ohne Brot.


05.04.2020 - Palmsonntag 

Evangelium: Mt 21,1-11 

Bild von Free-Photos auf Pixabay

Nachgedacht:

Jesus ist König der kleinen Leute. Er versteht die kleinen Leute. Er hört den Prostituierten zu. Er hat ein Herz für Miethaie und Gescheiterte. Alle spüren: Da hat einer eine gute Meinung von mir.

Menschen brauchen solche Begegnungen. Mit Jesus ist Hoffnung verbunden. Nicht auf einen großen Lottogewinn, sondern eine Liebe, die mich trägt. Wir brauchen die Erfahrung, dass auch wir was wert sind. Jesus hat das in seinen Begegnungen und Heilungen die Menschen spüren lassen.

Er unterscheidet sich von denen, die es bestenfalls nur gut meinen, es aber schlecht machen. Deswegen feiert dieser Tag Jesus als König. Wir hoffen: Jesus macht es am Ende gut!

Darum wird er von uns erwartet. Auch wenn sein Weg nicht einfach werden wird …


29.03.2020 - 5. Fastensonntag 

Evangelium: Joh 11,1-45

Bild von Jackson David auf Pixabay

 

Nachgedacht:

„Das kannst Du nicht!“ „Aus Dir wird nie was!“ „Sei nicht undankbar!“ Solche Sprüche nehmen die Luft zum Atmen und wickeln Menschen ein. Auch mit dem Gegenteil kann man Menschen am Leben hindern: „Lass mal, ich mach das!“ „Das sollen mal ruhig die anderen machen.“ Indem Menschen anderen Menschen sagen wie diese zu sein haben, was sie tun oder lassen sollen verhindern sie Leben. Der Alltag wird zur Grabhöhle.

„Lazarus, komm heraus!“ Jesus spricht die Ermächtigung zum eigenen Leben aus. Die Binden, die Menschen umwickeln sollen zerrissen werden. Verkehrten Bindungen gehören abgestreift. Wo Menschen andere Menschen festbinden wollen gilt es zu widerstehen!

„Komm heraus!“ „Verlass dein Schneckenhaus. Steig aus den Gräbern des Alltags heraus.“ Jesus macht dazu Mut. Auferstehung hat mit Aufstand zu tun. Manchmal muss man Aufstand machen, um Fesseln abzustreifen und frei zu atmen. Vielleicht fühlt man sich anfangs unsicher. Macht nichts. Lieber wacklig ins Leben als steif im Grab …