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Jesus aber wandte sich um, und als er sah, dass sie ihm folgten, sagte er zu ihnen: Was sucht ihr?

Johannes 1,38a

Sonntagsimpulse

Hier finden Sie jeden Sonntag einen Impuls zur Lesung oder zum Evangelium

03.07.2022 

Foto: kangbch auf Pixabay

Evangelium zum heutigen Sonntag Lk 10, 2-3

Jesus sagte zu ihnen: Die Ernte ist groß, aber es gibt nur wenig Arbeiter. Bittet also den Herrn der Ernte,
Arbeiter für seine Ernte auszusenden! Geht!

 

Nachgedacht:

Um welche Ernte geht es? Welchen Auftrag kann man hier herauslesen? Wer ist letztlich der Auftraggeber?

Für gewöhnlich wird das Bild der Aussendung mit der heute existierenden Kirche und ihren Berufen, vor allem mit dem des Priesters, in Zusammenhang gebracht. Das ist aber eine verengte Sichtweise.

Die Ernte erfolgt unmittelbar nach der Reife der Frucht. Dann drängt die Zeit. Ernte duldet keinen Aufschub.

Wer ist mir Helfer oder Helferin, die Gegenwart Gottes in meinem Leben zu erkennen? Solche Menschen müssen nicht unbedingt Christen sein oder zur Kirche gehören. Wem helfe ich, die Liebe Gottes anzunehmen?

Es braucht Menschen, damit Menschen lernen, als Menschen zu leben. dafür wird Gott stets neu selber ein Mensch.

Wie die Ernte drängt, so sollte ich nicht damit warten, mehr Mensch zu werden.


26.06.2022 

Foto: AndyM6139 auf Pixabay

Evangelium zum heutigen Sonntag Lk 9, 57–62

Als sie auf dem Weg weiterzogen, sagte ein Mann zu Jesus: Ich will dir nachfolgen, wohin du auch gehst. Jesus antwortete ihm: Die Füchse haben Höhlen und die Vögel des Himmels Nester; der Menschensohn aber hat keinen Ort, wo er sein Haupt hinlegen kann. Zu einem anderen sagte er: Folge mir nach! Der erwiderte: Lass mich zuerst weggehen und meinen Vater begraben! Jesus sagte zu ihm: Lass die Toten ihre Toten begraben; du aber geh und verkünde das Reich Gottes! Wieder ein anderer sagte: Ich will dir nachfolgen, Herr. Zuvor aber lass mich Abschied nehmen von denen, die in meinem Hause sind. Jesus erwiderte ihm: Keiner, der die Hand an den Pflug gelegt hat
und nochmals zurückblickt, taugt für das Reich Gottes.

 

Nachgedacht:

Wann, wenn nicht jetzt? Wer, wenn nicht ich?

Mein persönlicher Glaube hat weniger mit Kirchlichkeit und der eigenen religiösen Erziehung zu tun, sondern mit der Antwort auf die Frage: Wie will ich leben?
Diese Antwort verlangt Ernsthaftigkeit. Ich muss mich und meine Sehnsucht nach einem gelungenen Leben ernst nehmen. Glaube setzt den Mut zu mir selbst voraus.

Wie will ich leben? Mit welcher Hoffnung will ich sterben?

Die Antwort darauf kann der Lebensweg des Jesus von Nazareth sein. Von ihm kann ich gelungenes Menschsein lernen. Allerdings muss ich mich auf Überraschungen gefasst machen, weil er doch immer wieder anders ist als ich es vermutet habe. Es geht nicht um einen romantischen Tagestrip, sondern um die Pilgerreise meines Lebens.

Aber sein Anderssein ermutigt mich zu meinem eigenen Weg.


19.06.2022 

Foto: meneya auf Pixabay

Evangelium zum heutigen Sonntag Lk 9, 18-20

In jener Zeit betete Jesus für sich allein und die Jünger waren bei ihm. Da fragte er sie: Für wen halten mich die Leute? Sie antworteten: Einige für Johannes den Täufer, andere für Elíja; wieder andere sagen: Einer der alten Propheten ist auferstanden. Da sagte er zu ihnen: Ihr aber, für wen haltet ihr mich? Petrus antwortete: Für den Christus Gottes.

 

Nachgedacht:

Wer ist Jesus? Wir wissen nichts von ihm selber. Wir lesen, was andere früher über ihn geschrieben haben. Wir hören jetzt Leute, die zu wissen meinen, was Jesus heute von uns will.

Um sich Jesus anzunähern, braucht es die Bibel, das Neue Testament. Gleichzeitig braucht es die Bibel eben nicht dazu. Die Worte und Taten, die Jesus in diesem Buch zugeschrieben werden, sind keine Reportage. Die Geschichten der Bibel beschreiben, was für einen Gott sich die Menschen erträumen. Wenn tatsächlich eines Tages Gott uns Menschen zu sich ruft oder zum Ende der  Geschichte dieser Welt neu erscheint, dann sollte er sein wie der Mann aus Nazareth.

Der Mensch Jesus ist die Tür zu einem Gott, den wir hoffnungsvoll erwarten. Diese Hoffnung lebt immer dann neu auf, wenn wir Jesus als unseren Freund ansprechen.


16.06.2022 

Foto: Heiko Dörr auf Pixabay

Lesung zum heutigen Fest Fronleichnam 1 Kor 11, 23-25

Jesus, der Herr, nahm in der Nacht, in der er ausgeliefert wurde, Brot, sprach das Dankgebet, brach das Brot und sagte: Das ist mein Leib für euch. Tut dies zu meinem Gedächtnis! Ebenso nahm er nach dem Mahl den Kelch und sagte: Dieser Kelch ist der Neue Bund in meinem Blut. Tut dies, sooft ihr daraus trinkt, zu meinem Gedächtnis!

 

Nachgedacht:

In der Messe wird die Aufforderung an uns gerichtet „Tut dies zu meinem Gedächtnis!“ Damit ist keine Schweigeminute gemeint. Vielmehr ruft uns Jesus zu: „Seid mit mir jetzt in eurem Herzen, eurem Geist zusammen!“ Ohne diese Haltung wäre das, was wir bei der  Kommunion empfangen nur bloßes Brot – egal ob der Priester darüber gebetet hat oder nicht. Es braucht unseren Willen: Ja, ich will mit dir, Jesus, leben.

Mit ihm zu leben bedeutet, zu versuchen, so wie er zu leben. Jesus ist mit Menschen so umgegangen, dass sie  gespürt haben: hier ist einer, der sich verteilen lässt wie ein Brot, damit wir satt werden an Leben und Liebe.

Es reicht nicht, wenn wir den Menschen heute nur das Brot zeigen. Wir müssen uns wie Jesus  austeilen lassen an sie. Das ist die wahre Verehrung, die seiner würdig ist.