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Jesus aber wandte sich um, und als er sah, dass sie ihm folgten, sagte er zu ihnen: Was sucht ihr?

Johannes 1,38a

Sonntagsimpulse

Hier finden Sie jeden Sonntag einen Impuls zur Lesung oder zum Evangelium

30.01.2022 

Foto von geralt auf Pixabay

Evangelium zum heutigen Sonntag Lk 4, 24–30

In jener Zeit sagte Jesus:

Amen, ich sage euch: Kein Prophet wird in seiner Heimat anerkannt.

Wahrhaftig, das sage ich euch:

In Israel gab es viele Witwen in den Tagen des Elíja, als der Himmel für drei Jahre und sechs Monate verschlossen war und eine große Hungersnot über das ganze Land kam. Aber zu keiner von ihnen wurde Elíja gesandt, nur zu einer Witwe in Sarépta bei Sidon. Und viele Aussätzige gab es in Israel zur Zeit des Propheten Elíscha. Aber keiner von ihnen wurde geheilt, nur der Syrer Náaman.

Als die Leute in der Synagoge das hörten, gerieten sie alle in Wut. Sie sprangen auf und trieben Jesus zur Stadt hinaus; sie brachten ihn an den Abhang des Berges, auf dem ihre Stadt erbaut war, und wollten ihn hinabstürzen. Er aber schritt mitten durch sie hindurch und ging weg.

 

Nachgedacht:

Jesus „gehört“ allen Menschen, denn seine Sendung ist universal. Er ist Bruder der Menschen geworden, weil Gott selbst in ihm ein Mensch geworden ist. Jesus war nicht katholisch, er war noch nicht einmal Christ. Auch daran sei erinnert.

Jesus provoziert. Er erinnert, dass zur Zeit einer mehrjährigen Dürre nur eine nichtjüdische Frau bereit war, dem Propheten Elija zu vertrauen. Ebenfalls schenkte auch nur ein aus dem Ausland stammender Fremder dem Propheten Elischa sein Vertrauen. Die Einheimischen, Hiesigen gingen leer aus.

Jesus weiß sich in dieser prophetischen Tradition. Die ist eine Anfrage an Kirche und uns Christen. Können Menschen bei uns etwas Wichtiges für ihr Leben erfahren? Wenn nicht, dann findet Gott seinen Weg anders zu ihnen – nur sind wir dann draußen. Das wäre aber schade.


23.01.2022 

Foto von geralt auf Pixabay

Evangelium zum heutigen Sonntag Lk 1,17-21

So kam Jesus auch nach Nazareth, wo er aufgewachsen war, und ging, wie gewohnt, am Sabbat in die Synagoge. Als er aufstand, um vorzulesen, reichte man ihm die Buchrolle des Propheten Jesaja. Er öffnete sie und fand die Stelle, wo geschrieben steht:

Der Geist des Herrn ruht auf mir; denn er hat mich gesalbt. Er hat mich gesandt, damit ich den Armen eine frohe Botschaft bringe; damit ich den Gefangenen die Entlassung verkünde und den Blinden das Augenlicht; damit ich die Zerschlagenen in Freiheit setze und ein Gnadenjahr des Herrn ausrufe.

Dann schloss er die Buchrolle, gab sie dem Synagogendiener und setzte sich. Die Augen aller in der Synagoge waren auf ihn gerichtet. Da begann er, ihnen darzulegen:

Heute hat sich das Schriftwort, das ihr eben gehört habt, erfüllt.

 

Nachgedacht:

Es klingt wie die Regierungserklärung eines neu gewählten Kanzlers. Doch was ist hier das Thema? Es geht nicht darum, dass Jesus der erwählte Heiland Gottes ist, sondern es geht darum, dass Gott selbst jederzeit und an jedem Ort und zu jeder Gelegenheit handelt. Lukas nennt das „heute“.

„Heute“ ist die Zeit Gottes: nicht gestern, auch nicht morgen. Gott wirkt die befreiende Tat im Alltag – so wie dieser nun einmal ist. Gott handelt unvermittelt und unmittelbar. Es bedarf keiner großen Vorbereitung dafür.

In diesen Zeiten wünschen sich viele ein „morgen“ zurück, welches am besten wieder so ist wie das „gestern“. Manche versprechen anderen genau das – aus politischen, aus finanziellen und sogar aus religiösen Gründen.

Zukunft erwächst aus der Gegenwart. Sie ist das Fundament wirklicher Hoffnung.


16.01.2022 

Foto von 652234 auf pixabay

Evangelium zum heutigen Sonntag Joh 2, 1–3. 6-9.11

In jener Zeit fand in Kana in Galiläa eine Hochzeit statt und die Mutter Jesu war dabei. Auch Jesus und seine Jünger waren zur Hochzeit eingeladen. Als der Wein ausging, sagte die Mutter Jesu zu ihm: Sie haben keinen Wein mehr. Es standen dort sechs steinerne Wasserkrüge, wie es der Reinigungssitte der Juden entsprach; jeder fasste ungefähr hundert Liter. Jesus sagte zu den Dienern: Füllt die Krüge mit Wasser! Und sie füllten sie bis zum Rand. Er sagte zu ihnen: Schöpft jetzt und bringt es dem, der für das Festmahl verantwortlich ist! Sie brachten es ihm. Dieser kostete das Wasser, das zu Wein geworden war. Er wusste nicht, woher der Wein kam; die Diener aber, die das Wasser geschöpft hatten, wussten es. So tat Jesus sein erstes Zeichen, in Kana in Galiläa, und offenbarte seine Herrlichkeit und seine Jünger glaubten an ihn.

 

Nachgedacht:

Jesus schafft es, dass das Fest meines Lebens weitergeht. Am Anfang des Jahres wissen viele schon um die Erfahrung des Ausgebranntseins. Man hat keine Lust mehr. Der Brennstoff für gutes Leben scheint zu Ende. Der Tank der Freude ist leer.

Das Johannesevangelium ermutigt zum Neuanfang: Mach weiter mit dem, was du hast und kannst. Das Wasser des Alltags, der Routine und der Normalität wandelt sich in den Wein des Festes.

Wie kann das gelingen? „Allen die ihn aufnahmen, gab Jesus die Macht, sich als Kind Gottes zu wissen“. Ich bin der Herr, die Herrin meines Alltags. Jesus ermächtigt mich dazu.

Franz von Assisi lebte dieses Vertrauen. Er sagt: „Tu erst das Notwendige, dann das Mögliche, und plötzlich schaffst du das Unmögliche.“

Es wächst mir Zukunft zu, wenn ich immer neu meine Krüge befülle.


06.01.2022 - Erscheinung des Herrn 

Foto von wal_172619 auf Pixabay

Lesung zum heutigen Festtag Jes 60, 1–6

Steh auf, werde licht, Jerusalem, denn es kommt dein Licht und die Herrlichkeit des Herrn geht strahlend auf über dir. Denn siehe, Finsternis bedeckt die Erde und Dunkel die Völker, doch über dir geht strahlend der Herr auf, seine Herrlichkeit erscheint über dir. Nationen wandern zu deinem Licht und Könige zu deinem strahlenden Glanz. Erhebe deine Augen ringsum und sieh: Sie alle versammeln sich, kommen zu dir. Deine Söhne kommen von fern, deine Töchter werden auf der Hüfte sicher getragen. Da wirst du schauen und strahlen, dein Herz wird erbeben und sich weiten. Denn die Fülle des Meeres wendet sich dir zu, der Reichtum der Nationen kommt zu dir. Eine Menge von Kamelen bedeckt dich, Hengste aus Mídian und Efa. Aus Saba kommen sie alle, Gold und Weihrauch bringen sie und verkünden die Ruhmestaten des Herrn.

 

Nachgedacht:

Die Kirche feiert die „Erscheinung des Herrn“. Dass dazu drei schräge Figuren, sprich: Sterndeuter, gehören, macht die Sache nicht einfacher.

Der Inhalt des Festes wird klarer, wenn man das Wort Erscheinung gleichsetzt mit dem Erstrahlen eines Sterns am nächtlichen Himmel. Das kurze öffentliche Wirken des erwachsenen Jesus aus Nazaret war solch ein Aufblitzen, in dessen Licht Gott ein Gesicht bekam.

In einem Moment der Geschichte hat sich in Jesus der Gott Israels gezeigt. Das beteuern die Zeugen.

Im letzten Winkel des römischen Reiches haben damals Menschen erfahren, dass Gott nicht hinter dem zurückbleiben kann, was dieser Jesus an Gutem bewirkt und in anderen ausgelöst hat.

Das Erstrahlen eines Sterns kann an vielen Orten der Welt beobachtet werden und somit gehört ein Stern allen Menschen!