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Wenn einer hinter mir hergehen will, verleugne er sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach.

Markus, 8.34

Kreuzweg

Wir möchten in diesem Jahr einen virtuellen Kreuzweg in der Fastenzeit mit Ihnen gehen. Dafür veröffentlichen hier zwei Mal die Woche eine Station.

9. Station: Jesus fällt zum dritten Mal unter dem Kreuz 

Hohn, Spott, Schadenfreude, Hass, sie machen es immer schwerer.

Foto: E.Mönnich

Kalter Zynismus, Verachtung, Rechthaberei. Unterdrückung. Andere niedermachen und klein halten. Mobbing. Seelischen Schmerz verursachen oder gar zerbrechen. Wunden der Seele heilen oft noch schlechter als körperliche. Sie hinterlassen oft tiefe Narben und wir spüren sie noch für sehr lange Zeit.

Meine Seele, mein Herz ist nicht ohne diese Wunden. Sie sind entstanden durch andere oder durch mich selber. Einige sind gut verheilt, andere machen mir immer noch zu schaffen. Aber ich habe auch selber Wunden bei anderen verursacht. Gibt es noch Wunden von denen ich weiß, dass ich sie bei anderen heilen kann? Steht noch eine Aussöhnung aus, eine Wiedergutmachung? Vielleicht finde ich jetzt den Mut zu einem ersten Schritt?

 

Du mitfühlender Gott,

unser Herz hat schon so mache Verwundung erfahren, einige sind schon gut geheilt, andere schmerzen noch. Es schmerzt uns aber auch, dass wir selber anderen seelische Wunden zugefügt haben.

Hilf uns, dass wir Schritte der Versöhnung gehen können und Wunden heilen.


8. Station: Jesus begegnet den weinenden Frauen 

Das Leid anderer sehen. Mitleid. Mit-leiden.

Foto: E.Mönnich

So viel Leid gibt es in der Welt aber auch bei uns, in unseren Familien, Freundeskreisen, Nachbarschaften. Aushalten, dass man nichts tun kann, nicht helfen kann. Alles ausweglos erscheint. Eines der schweren Dinge die man erlebt. Ohnmacht. Etwas tun können, das wäre so hilfreich und tröstend.

Aber: wie geht es mir, wenn es mir schlecht geht und ich nur das schweigende Mitleid in den Augen der anderen erkennen kann? Das macht mich manchmal noch hilfloser und die Situation noch unerträglicher. Was hilft dir wirklich in schweren Zeiten? Welche Reaktion, welches Angebot würdest du dann gerne bekommen? Kennst du jemanden, dem dieses Angebot auch helfen könnte? Dann versuche es mal.

 

Du mitfühlender Gott,

du kennst unser Gefühl der Ohnmacht, unseren Schmerz, unsere Verzweiflung. Du kennst die Menschen mit denen wir mit-leiden, denen unser Mitgefühl gehört.

Hilf uns, dass wir in schweren Zeiten Hilfsangebote annehmen können und stärke uns, dass wir anderen eine Stütze in schweren Zeiten sein können.


7. Station: Jesus fällt zum zweiten Mal unter dem Kreuz  

Das Kreuz wird schwerer. Die Kräfte schwinden. Es geht nicht mehr.

Foto: E. Mönnich

Es ist zermürbend. Auf Dauer hält man es nicht mehr aus. Der ständige Streit. Die Einsamkeit. Der Schmerz. Diese Angst. Der ständige Druck. Immer will einer was. Beruf, Familie. Mal wieder durchschlafen können. Die vielen Sorgen. Die Kräfte lassen nach.

Gönn dir eine Auszeit. Die Nase in die Sonne halten und bewusst Atmen. Ein Spaziergang. Ein Telefonat mit einer Freundin. Fünf Minuten die Stille in der Kirche genießen. Was hilft mir um wieder Kraft zu tanken?

 

Du mitfühlender Gott,

jeder von uns hat seine ganz eigenen Lebens- und Leidensgeschichte. Wir haben alle unsere Probleme.

Hilf uns, wenn wir fallen, wenn uns die Last zu groß wird und schenke uns Zuversicht um wieder aufstehen zu können.


6. Station: Veronika reicht Jesus das Schweißtuch  

Ein Zeichen. Ich bin bei dir. Die Liebe hinterlässt Spuren.

Foto: E.Mönnich

Viel kann Veronika nicht machen aber sie kann zeigen: ich bin da. Ich bin bei dir. Ich gehe deinen Weg mit. Und das Gesicht des Leidenden wird Spuren hinterlassen. In ihrem Leben. In ihrem Tuch.

Zu sehen wie ein geliebter Mensch leidet lässt mich auch leiden. Ich möchte helfen, aber wie? Ihr Leid geht auch an mir nicht spurlos vorüber. Was kann ich schon tun?

Nicht immer sind es die großen Taten die helfen. Oft sind es die kleinen Zeichen die sagen: ich liebe dich. Ich denk an dich. Ich bin bei dir.

Zeigen wir den Menschen die uns nahestehen, dass wir an sie denken. Dass wir an ihrer Seite sind, auch wenn man uns gerade nicht sieht. Zeigen wir ihnen, dass wir sie lieben.

 

Du mitfühlender Gott,

die Liebe verändert die Menschen und verändert die Welt. Deine Liebe verändert uns.

Hilf uns, dass wir liebe schenken können und schenke uns Menschen, die uns das Gefühl geben, geliebt zu werden.


5.Station: Simon von Zyrene hilft Jesus das Kreuz zu tragen 

Hilfe kommt. Ein Fremder hilft die Last zu tragen. Packt an. Fragt nicht lange.

Foto: E. Mönnich

Da wird nicht lange gefackelt. Anpacken. Geteiltes Leid ist halbes Leid. Zu zweit schaffen wir das schon. Da eilt mir jemand zur Hilfe obwohl ich es nicht mehr zu hoffen gewagt habe. Wie wohltuend. Das Kreuz, es ist immer noch so schwer, aber mit vereinten Kräften wird es leichter für mich.

Aber einfach zu jemandem helfen, den ich so gar nicht kenne? Was geht mich da an.

Schaffe ich es, einem anderen Menschen zu helfen? Ihnen etwas Gutes zu tun? Anzupacken, anzurufen, ein Lächeln, ein netter Gruß in den Briefkasten geworfen, …? Möglichkeiten gibt es viele, ich muss sie nur nutzen.

 

Du mitfühlender Gott,

dass Leid der Welt, das Leid der Anderen, ich kann es sehen. Warum gibt es so viel Leid? Kannst du es nicht wenden?

Hilf uns, dass wir uns vom Leid der Menschen berühren lassen und gibt uns Kraft und Kreativität um ihnen nach unseren Möglichkeiten zu helfen.


4.Station: Jesus begegnet seiner Mutter 

Da ist er, ihr geliebter Sohn und er leidet. Sie leidet mit ihm. Seine Schmerzen sind auch ihre Schmerzen. Warum

Foto: E.Mönnich

musste es so kommen? Warum?

In der Welt können wir viel Not, Elend und Schmerz sehen. Die Welt ist voll davon. Aber auch die Menschen in unserer Umgebung leiden. Menschen die wir lieben. Wir würden ihnen gerne ihren Schmerz nehmen und können doch nur hilflos zusehen. Ohnmächtig. Ratlos.

Vielleicht können wir heute jemanden zeigen und sagen, dass wir an ihn denken.

 

Du mitfühlender Gott,

so viel Leid und wir können nur ohnmächtig zuschauen. Wir würden gerne helfen und sind doch hilflos.

Hilf uns, dass wir dem Leid Anderer nicht ausweichen, sondern ihnen beistehen.


3.Station: Jesus fällt zum ersten Mal unter dem Kreuz 

Foto: E.Mönnich

Es ist zu viel. Es ist zu schwer. Der Weg ist zu weit. Die Beine können nicht mehr. Das schwere Kreuz – es erdrückt. Aber es muss weitergehen.

Lasten die mich niederdrücken. Wie soll das alles gehen? Wie soll ich das alles schaffen? Ich kann das nicht mehr. Ich bin so müde. Ich bin es so leid. Was ist es, das mich niederdrückt?

Und doch: Irgendwie geht es. Ein Schritt nach dem Anderen. Ein Tag nach dem Anderen. Was gibt mir die Kraft zum Durchhalten?

 

Du mitfühlender Gott,

Menschen leiden, tragen schwer an ihrem Leben. Auch ich habe Sorgen und Nöte die mich belasten. Die mich überlasten. Dir kann ich sie sagen.

Hilf uns, dass wir den Mut nicht verlieren. Lass uns deine Nähe spüren und schenke uns die nötige Kraft für unseren Weg.


2.Station: Jesus nimmt das Kreuz auf seine Schultern 

Da wird ihm ganz schön was auf die Schultern geladen. Groß und schwer. Erdrückend. Und er weiß: das wird kein

Foto: E.Mönnich

gutes Ende nehmen.

Da kommt ganz schön was auf mich zu. Wie soll das gehen? Das kann ich nicht. Ich habe Angst. Aber es gibt keinen anderen Weg. Ich habe keine Wahl. Kein Ausweg mehr. Augen zu und durch. Aber wohin? So habe ich mir mein Leben nicht vorgestellt.

Welche Wege muss ich einschlagen, obwohl sie mir jetzt schon Sorgen bereiten? Wo sehe ich keinen Ausweg? Und trotz der Ungewissheit, Zweifel, Ängste, irgendwo kommt ein Fünkchen Hoffnung her, irgendwie wird es gehen. Wie zeigt sich dieses Fünkchen? Gibt es ein Symbol, einen Gegenstand der mich an die Hoffnung erinnert und mir Kraft gibt?

 

Du mitfühlender Gott,

jeden Tag werden Wege eingeschlagen die scheinbar hoffnungslos sind. Die überfordern, Angst machen. Auch du kennst diese Wege, kannst sie mitfühlen.

Hilf uns, dass wir in scheinbar dunklen, ausweglosen Wegen die Hoffnung nicht verlieren.


1.Station: Jesus wird zum Tode verurteilt 

Foto E. Mönnich

Verraten. Zu Unrecht verurteilt. Aus dem Weg geräumt. Zum Schweigen gebracht.

Manchmal ist es leichter jemanden zu verurteilen, ihn auszuschließen, zum Schweigen zu bringen, als sich mit unbequemen Wahrheiten auseinander zu setzen. Schnell etwas abtun. „Was weiß der schon?“ „Was bildet die sich ein?“ „Muss die gerade sagen.“ „Aber der macht das doch auch.“ „Nie tust du…“

Manchmal ist es leichter jemanden zu verraten, die Schuld abzuschieben als selber die Verantwortung zu übernehmen.

In den nächsten Tagen wollen wir versuchen, genau hinzuhören. Hat der/die Andere vielleicht doch Recht? Was ist mein Anteil an unserem Streit? Wo liegt meine Verantwortung?

 

Du mitfühlender Gott,

jeden Tag werden Menschen zu Unrecht verurteilt. Auch ich verurteile und bringe Schmerz. Auch ich werde verurteilt und kenne den Schmerz.

Hilf uns, Andere nicht zu verurteilen und stehe uns bei, wenn uns ein schmerzliches Urteil trifft.